25. April 2026  
Lauscha, Thüringen  
Gerätturnen

WM-Turner der ersten Stunde Fritz Böhm feierte 90. Geburtstag

Im thüringischen Glasbläserstädtchen Lauscha beging am Donnerstag (23. April 2026) einer der besten Turner der erste Jahre in der DDR, der Bäckersohn Fritz BÖHM, seinen 90. Geburtstag. In seinem erfolgreichsten Jahr 1958 stand der Deutsche 12-Kampf-Meister der DDR, dreifache Pauschenpferdchampion (1956 - '60) und DDR-Meister am Barren (1958) in der ersten WM-Riege der DDR, die in Moskau hinter der bundesdeutschen Mannschaft Rang acht erreichte. Er selbst war auf Rang 18 im Mehrkampf bester deutscher Turner. Von 1952 bis 1954 hatte er schon mehrere DDR-Jugendmeistertitel im Turnen gewonnen. Da die Trainingsbedingungen in Lauscha wegen damals fehlender „Turnhalle” und eines Übungsleiters für Böhm schlecht waren und der Vater ihn in der Bäckerei brauchte, wollte er eigentlich mit dem Turnen aufhören. Doch da wechselte er zu dem im Aufbau befindlichen Sportclub (SC) Motor Jena. Die erste Blütezeit des Turnens beim Jenaer Sportclub lag zwischen 1955 und 1960, als so hervorragende Turner wie Gerhard Braune, Lothar Heil, und dann eben auch Fritz Böhm u.a., für Jena starteten und mehrere Deutsche Meistertitel holten ...

Fritz BÖHM, Deutscher Barren-Meister der DDR (1958) in seinen "athletisch" besten Tagen am Strand ...

Böhm: 3-maliger Pferdmeister

Fritz wurde mit 20 Jahren in die DDR-Nationalmannschaft aufgenommen und absolvierte seine ersten Auslandseinsätze (Bukarest und Moskau). Bei den DDR-Meisterschaften in Chemnitz wurde er in der Gesamtwertung Vierter und am Pferd DDR-Meister.
1958 wurde sein erfolgreichstes Jahr in Jena: Er holte nach Pflicht + Kür den DDR-Meistertitel im Zwölfkampf sowie am Barren und am Pauschenpferd. Dazu kamen noch drei Silbermedaillen (Reck, Boden, Sprung). Im Dreiländerkampf Jugoslawien / Ungarn / DDR wurde er Gesamtsieger und bei den Weltmeisterschaften in Moskau wurde Fritz Böhm auf Platz 18 bester „gesamtdeutscher” Turner.
Noch im selben Jahr nahm er ein Sportstudium an der Universität in Jena auf und vertrat die Uni auch bei einigen Wettkämpfen im Rahmen der 400-Jahrfeierlichkeiten. Im Volkshaus fand z. B. der Städtevergleich Jena - Leipzig im Turnen und in der Gymnastik statt, und Böhm gewann die Einzelwertung bei den Männern. Für seine sportlichen Erfolge wurde Fritz Böhm im Oktober 1958 als Meister des Sports geehrt.

Fritz Böhm beim Potsdamer Traditionstreffen deutscher Turner in Posdam 2013. <Klick for big

Auch im Februar vor drei Jahren (2023) gab es in Leipzig / Markkleeberg ein herzliches Wiedersehen, als einer aus der legendären früheren DHfK-Riege seinen 80. Geburtstag feierte: Dr. Matthias BREHME (*Foto unten, links) und sein Verein TV Markkleeberg von 1871 geladen hatten - und viele Ehemalige kamen ...:

.. so auch Altmeister Fritz BÖHM (rechts) mit seiner Gattin Gisela und der Ex-Bayer, später eingebürgerte Leipziger nun längst ebenfalls Thüringer Erwin Koppe (2. von li).

Sehr zur Freude des Jubilars und seiner Gattin Gisela waren nun zum 90. Geburtstag am Donnerstag aus München einer der Turnhelden der DDR, war Siegfried FÜLLE ins Glasbläserstädtchen Lauscha zum Gratulieren angereist, wie auch sein Ex-DHfK-Stratege Erwin Koppe, die in den sechziger Jahren einst das Leipziger Weltspitzen-Trio Köste-Koppe-Fülle bildeten:

* Über 270 Jahre Lebens- und Turnerfahrung: Fritz BÖHM (Mitte) neben
 Siegfried Fülle (re.) und Erwin Koppe (3. von rechts), die nach dem Jubilar) sich bei
den Folge-Weltmeisterschaften 1962 (Prag), 1966 (Dortmund) bis zu den Olympischen Spielen 1968 (Mexiko-City) in die Weltspitze vorarbeiteten.

Über Jahrzehnte halten nun schon diese Freundschaften, zu deren Kreisen sich auch längst die ex-altbundesdeutschen Strategen nach der politischen Wende gesellten, die bei regelmäßigen Olympia- und WM-Treffen und auch individuell miteinander noch immer herzliche Kontakte pflegen.

Fritz, noch immer ein virtuoser Zitherspieler!