Eugen Spiridonov muss auf Olympia verzichten, Philipp Boy will kämpfen
Philipp Boy will starten, aber Startverzicht von Spiridonov
Keine guten Nachrichten sind derzeit aus dem Männerlager des deutschen Kunstturnens zu hören:
Kurz vor der zweiten und entscheidenden Olympiaqualifikation in Frankfurt / Main am kommenden Samstag (30. Juni 2012), gab das langjährige Mitglied des Turn-Teams Deutschland, der Saarländer Eugen SPIRIDONOV (TV Bous) seinen Startverzicht bekannt, was definitiv gleichbedeutend mit einem Olympiaverzicht wäre.
Hauptgrund ist der Zustand seiner rechten Schulter ...
... und der folgerichtig dringende Rat des Mannschaftsarztes Dr. Hans-Peter BOSCHERT, trotz der Bedeutung für die Olympianominierung auf die Extrembelastung (insbesondere an den Ringen) des bevorstehenden Wettkampfes zu verzichten.
Bereits im jugendlichen Leistungsalter des nunmehr 30-jährigen hatte er sich oft mit Verletzungsproblemen herumschlagen müssen.
Der seit 2002 für Deutschland startende russischstämmige Athlet hatte sich aber stets "durchgebissen" und es zu einem wertvollen Mehrkämpfer deutscher Auswahlriegen ("Mr. Zuverlässig") gebracht, der 2005 bei der EM in Debrecen debütierte und ein Jahr später in Volos 2006 gar Vize-Europameister am Pferd und Deutscher Vize-Mehrkampfmeister in der Porsche Arena zu Stuttgart wurde.
Nun aber bedeutet dies für das Mitglied der Olympiariege von 2008 (Peking; 4. Platz mit der Mannschaft) und den Schützling von Trainer Victor Schweizer das vorzeitige Aus im Kampf um ein neuerliches Olympiaticket.
* ... siehe Saarbrücker Zeitung: "Spirodonov muss Olympia-Aus verarbeiten"
Spiridonov, Schweizer: über ein Jahrzehnt lang ein Erfolgsteam!
Auch Philipp BOY, einer der drei Top-Mehrkämpfer wurde plötzlich wieder zum "Wackelkandidaten" für Olympia:
Nach mehrfachen Verletzungsproblemen in der ersten Jahreshälfte 2012 an Schultern und Handgelenk kam nunmehr ein schleichender und sich verschärfender Rückenschmerz dazu, der nicht nur trainingseinschränkend war, sondern den Vize-Weltmeister aus der Lausitz selbst nachts kaum schlafen ließ.
Trainer Karsten OELSCH dazu heute in Cottbus: "Wir wollen starten, auch wenn das heute noch nicht 100 % sicher ist. Diese Rückenproblematik war ja insgesamt nicht etwa ein ursächliches Ereignis, sondern ein schleichender Prozess.
Nach medizinischer Behandlung ist es zunächst etwas besser geworden. Ich bin optimistisch, dass Philipp an den Start gehen kann. Was dann wird, wird man am Samstag sehen ...!"
2. Olympia-Qualifikation, Frauen - Fraport Arena, Frankfurt/M.: 17.30 Uhr
Hier liegen die Hoffnungen der deutschen Kunstturnerinnen natürlich auf der Deutschen Meisterin Elisabeth SEITZ. Aber das Interesse richtet sich natürlich auch auf Inhalte und Stabilität der Programme der anderen Olympiaticket-Bewerberinnen und deren Leistungsstand vier Wochen vor dem Jahreshöhepunkt...:
War vor vier Jahren z. B. noch Joelina MÖBIUS als einzige Turnerin aus Chemnitzer Sicht mit dabei - die übrigens eben mit der Note "1,1" ihr Abitur erfolgreich abschloss und "völlig offen, sowohl für für das Leben als auch das das Turnen ist" - will diesmal Lisa-Katharina HILL die Farben Sachsens in der deutschen Olympiariege vertreten.
Vor 4 Jahren, als damals 16-Jährige, verpasste sie noch knapp die Olympiaqualifikation, war aber schon Dritte der Deutschen Meisterschaft 2008 (Chemnitz) am Balken, gleich hinter "Lini" Möbius.
An diesem Gerät, wie auch am Stufenbarren, wo sie eben Deutsche Vize-Meisterin 2012 in Düsseldorf wurde, liegen auch ihre Stärken, wenn - wie Ihre Trainerin Gaby FREHSE augenzwinkernd bemerkte " ...das Herz nicht schneller schlägt, als die Beine fest und sicher tragen können...!"
Zeitiger Saisonstart schon beim American Cup Anfang 2012, dann EM Brüssel im Mai, und Deutsche Meisterschaften in Düsseldorf - dann mal eben das Abitur mit Note 1.6 abgelegt und nun Olympia: Lisa-Katharina HILL möchte nun über Frankfurt via London das Tüpfelchen auf's "i" eines schwierigen und aufregenden Jahres setzen!
Am 4. Juli 2012 will der DOSB weitere deutsche Olympikandidaten offiziell berufen!
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