Jochen und Helma Schwarzmann nach der Enthüllung der Tafel
Sporthalle nach Turnlegende "Alfred Schwarzmann" benannt
Es hat zwar lange gedauert, aber nun hat die Stadt Goslar ihren größten Bürger und einzigen Olympiasieger, Alfred Schwarzmann, damit geehrt, dass sie die Sporthalle ihres Ratsgymnasiums, an dem er viele Jahre unterrichtete, nach ihm benannte.
Die Benennung der Sporthalle in ‚Alfred-Schwarzmann-Sporthalle’ fand am Montag, den 25. August, also einen Tag nach Beendigung der Olympischen Spiele in Peking statt.
Zur Jahrtausendwende wurde der "deutsche Vorturner" vom magazin 'kicker" zum "Jahrundertturner" gekürt...
... der Jahrhundertturner Alfred Schwarzmann, am 23. März 1912 in Fürth geboren, kam 1948 nach Goslar, wo er am 12. März 2000 im Alter von 87 Jahren verstorben ist.
Stolz zeigt Schulleiter Steinicke die Medaillen von Alfred Schwarzmann, die einen Ehrenplatz im Eingangsbereich der Sporthalle des Ratsgymnasiums bekommen werden.
Seinen drei goldenen und zwei bronzenen Medaillen bei den Spielen 1936 in Berlin fügte er nach 16 Jahren eine weitere silberne am Reck bei den Spielen 1952 in Helsinki hinzu.
Neutrale Beobachter waren damals der Meinung, Alfred Schwarzmann hätte die Goldmedaille bekommen müssen. Mit diesen sechs Medaillen ist Alfred Schwarzmann der erfolgreichste deutsche Turner bei Olympischen Spielen.
Dies würdigten die Sportjournalisten u. a. damit, dass sie ihn 1999 zum „Turner des Jahrhunderts“ wählten.
Im Jahre 2006 wurde er in die „Hall of Fame“ des deutschen Sports aufgenommen. Die Benennung der Sporthalle in ‚Alfred-Schwarzmann-Sporthalle’ fand am Montag, d. 25. August, also einen Tag nach Beendigung der Olympi-schen Spiele in Peking statt. Als Laudator hatte die Stadt Goslar einen weiteren Olympiasieger eingeladen. Klaus Köste, der olympisches Gold 1972 in München am Pferdsprung errang, lernte den Goslarer 1990 beim gemeinsamen Treffen der noch lebenden deutschen Olympiasieger in Leipzig kennen,
.... und hielt 10 Jahre später, am Grabe des großen deutschen Sportlers auch eine bewegende Trauerrede...
Klaus Köste, sportlich in der DDR groß geworden, ging in seiner Rede auf die Problematik zwischen Ost-West und der häufig damit verbundenen Schwarz-Weiß-Malerei ein. „Beschämt“, so Köste, „musste ich feststellen, dass ich durch meine pauschale Vorverurteilung diesem be-wunderungswürdigen Menschen schwer unrecht getan hatte“.
Köste und Schwarzmann, 1990, kurz nach dem Mauerfall, bei einem Treffen deutscher Olympiasieger in Leipzig
Die Freundschaft zwischen den beiden Olympiasiegern blieb bis zum Tode Alfred Schwarzmanns bestehen und setzt sich heute mit einer freundschaftlichen Verbindung zu Schwarzmanns Tochter Helma fort.Sie bedankte sich, auch im Namen ihres Bruders Jochen, bei den Initiatoren, vor allem aber bei der Stadt Goslar, für die Ehre, die ihrem Vater acht Jahre nach seinem Tod zuteil werde.
Helma Schwarzmann, dies sei noch erwähnt, ist mit über 30 Weltmeistertiteln im Voltigieren die wohl erfolgreichste deutsche Bundestrainerin aller Sportarten. Stolz zeigten sich auch Schulleiter Steinicke und Oberbürgermeister Binnewies in ihren Ansprachen über den wohl bekanntesten Goslarer. Die Ehrung fand in Anwesenheit der Vizepräsidentin Leistungssport des Deutschen Turner-Bundes, Rosemarie Napp, der Präsidentin des MTV Goslar, Renate Luksch, und der Schülerschaft des Ratsgymnasiums Goslar statt.
Am Vortage hatten sich bereits die Turner der ehemaligen Schwarzmann-Riegen aus den 50er-Jahren getroffen, wobei sich einige 48 Jahre lang nicht gesehen hatten, u.a. der Autor dieses Berichtes und Jochen Schwarzmann, der Sohn des Olympiasiegers. * Bericht und Fotos: Jürgen Uhr
... einen 'echten' Olympiasieger wie Klaus Köste und dessen ebenso 'echte' Goldmedaille hatten Goslars Schüler noch nie so nah gesehen!
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