Trainerflucht hält an: Olympiasiegerin Maxi Gnauck wechselt in die Schweiz
Olympiasiegerin Maxi Gnauck: Kein Trainerjob in Deutschland...
Spitzensporttrainer in Deutschland nicht gefragt
Außer den Erinnerungen an ihre große Karriere als internationaler Weltstar hinterlässt Turn-Olympiasiegerin Maxi Gnauck nur noch ihren Namen für eine im Frühjahr in Berlin gegründeten Turntalenteschule. Da sie zuerst in Schleswig-Holstein als Trainerin arbeitslos wurde, ihre Heimatstadt Berlin ihr keinen Job geben und ihr auch der DTB keine akzeptablen Bedingungen anbieten konnte, nahm sie nun in der Schweiz ein Stellenangebot an...
Vor ihr war in diesem Jahr bereits der Ex-Leistungsturner und Potsdamer Nachwuchstrainer Lutz Richter mit Familie in ein Tariningszentrum nach Graubünden gewechselt, wo bereits seit Jahren schon sein ehemaliger Kollege und ehemalige Auswahlturner Jens Pahl erfolgreich agiert...
Roland Brückner, Maxi Gnauck Zwei Berliner Olympiasieger als Spitzentrainer in der Schweiz
Maxi Gnauck wechselt in die Schweiz
Die nach zwölfjährigem erfolgreichen Wirken am Kunstturnzentrum Norderstedt bei Hamburg arbeitslos gewordene Turnlegende Maxi Gnauck wechselt in die Schweiz und wird am aufstrebenden Nordwestschweizerischen Kunst- und Geräteturnzentrum Liestal (NKL) auf den 1. Oktober 2005 Co-Trainerin an der Seite von Frauen-Cheftrainer Roland Brückner.
Maxi - hier noch in ihrem ehemaligen TZ Harksheide
Mit der Verpflichtung von Maxi Gnauck ist dem NKL erneut ein grosser Coup gelungen.
Angefangen hatte es im Herbst 1991, als der Ex-DDR-Auswahltrainer Dieter Hofmann, dessen Männerriege 1988 in einem furiosen Kampf gegen die Sowjets um Gold kämpfte - die Arbeit als Cheftrainer am neu gegründeten Turnzentrum aufgenommen hatte. Während seinem mehr als 13-jährigen Wirken führte er das NKL zu einem führenden Leistungszentrum im Nachwuchsbereich des Schweizerischen Turnverbandes. Im März dieses Jahres hat Dr. Peter Kotzurek - der letzte Auswahltrainer der DDR-Frauenriege - den in Pension gegangenen Hofmann als Cheftrainer abgelöst.
Seit Januar 2002 wirkt mit Roland Brückner - dem Ex-Berliner und Boden-Olympiasieger von 1980 - eine weitere Turnpersönlichkeit aus der ehemaligen DDR in Liestal. Das NKL erfuhr auf diesen Zeitpunkt eine Aufwertung, weil auch die Bereiche Trampolin und Frauen-Kunstturnen dazu gekommen sind. Brückner hat in dieser kurzen Zeit schon viel erreicht. Bereits gehören zehn seiner Turnerinnen einem nationalen Kader an und dahinter wartet eine neue Generation junger Mädchen, die kontinuierlich herangeführt werden will. Weil die Anzahl Turnerinnen stetig ansteigt und die Gymnastik- und Balkentrainerin Heide Hofmann (Gattin Dieter Hofmanns) ebenfalls das Pensionsalter erreicht hat und nicht mehr zur Verfügung steht, ist eine Traineraufstockung im Frauenbereich unerlässlich geworden.
Maxi Gnauck und ihr zukünftiger Chef Roland Brückner verbinden Gemeinsamkeiten, wurden sie doch beide jeweils 1979 Weltmeister, 1980 Olympiasieger und 1981 Europameister. Und weil beide Sportgrössen in ihrer Aktivzeit dem Sportclub Dynamo Berlin angehörten, ist das sicher ein gutes Omen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit!
Maxis dritter Neustart - leider nicht in Deutschland
Nach ihrer überaus erfolgreichen aktiven Laufbahn mit 27 Medaillen an OS, WM, EM und im Weltcup begann die am 10. Oktober 1964 geborene Ostberlinerin 1986 ein Sportlehrerstudium, das sie 1990 mitten in der Wendezeit in Deutschland abgeschlossen hatte. Gleichzeitig kam auch zum ersten Mal das Aus für die diplomierte Sporttrainerin. Sie musste sich nach einer neuen Stellung umsehen. Nach mehreren kurzen Engagements in Deutschland und Südafrika übernahm sie 1993 das Amt als hauptamtliche Trainerin im Kunstturnzentrum Norderstedt bei Hamburg, wo sie über ein Jahrzehnt eine überaus engagierte Arbeit leistete. Ihre Stelle wurde dort im September 2004 aufgehoben. Seither war sie arbeitslos. Die Schweiz kann damit einen weiteren hoch-qualifizierten Kompetenzerwerb verzeichnen, der sich positiv auf die Gesamtentwicklung des eidgenössischen Spitzenturnens auswirken wird. (c) GYMmedia; Bericht: Ueli Waldner / NKL
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