30. Januar 2017  
Großburgwedel  
Gerätturnen

* Personalie: Herwig MATTHES - ein unbeugsamer, engagierter Förderer des Kunstturnens wird 75!

Einer der kreativsten Akteure in seiner leistungssportlichen Zeit als Turner und vor allem danach im weiteren Berufsleben, war der Niedersachse Herwig MATTHES, der heute in Großburgwedel seinen 75. Geburtstag feiert.
Vom Schülerbereich an bis hin als Kader der alt-bundesdeutschen Nationalmannschaft in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts war er ein begnadetes Turntalent und dazu ein ideenreicher und fordernder Individualist, der sich nie mit Gegebenem zufrieden gab.

Auf seiner Suche nach Perfektion machte er selten vor Grenzen halt, sondern suchte stets nach neuen Zielen.
Dabei scheute er sich nie, auch Unbequemes in Kauf zu nehmen.

DTB-Kunstturnwart Herwig Matthes (rechts), neben Trainer Uli Ott und mit Bundestrainer Philipp Fürst (links außen)
bei der Betreuung der BRD-Auswahlkader Anfang der achtziger Jahre

Herwig Matthes in seiner aktiven Zeit in den Sechzigern

So führte er zum Beispiel für seinen Freund Jürgen Bischof, einen damaligen Topturner der BRD, der nach einem Achillessehnenabriss bei einem Bundesligawettkampf in München, durch einen Narkosefehler bei der Operation bedingt, nach langem Koma schwerbehindert ins "Leben" zurückkehrte, seinen ersten Prozess als frischgebackener Jurist. Das dauerte damals fast 4 Jahre und endete mit einem für Jürgen Bischof erfolgreichen Vergleich.
(* siehe auch > GYMmedia-News, Nov 2011).
Unterstützung vom Deutschen Turner-Bund (DTB) hatte er dabei wenig.

Als Sportfunktionär - ein unbeugsamer, engagierter Förderer


Das Innenministerium in Bonn, wo Herwig Matthes einst seine berufliche Laufbahn begann, entsandte ihn umgehend ins Organisationskomitee für die Olympischen Spiele in München 1972. Dort war er in einflussreicher Position, insbesondere für den Bereich Eintrittskarten zuständig und wurde in dieser Funktion im deutschen Sport über das Kunstturnen hinaus bekannt und beliebt.

Herwig Matthes,1963 zur Universiade in Porte Allegro im Gespräch mit dem damaligen Weltmeister und späteren FIG-Präsidenten Juri Titow.

Er leitete zusammen mit dem Verwaltungschef des Olympiastützpunktes einige Zeit diesen Stützpunkt kommisarisch. Das war für Sportler und Trainer eine sehr gute, weil unbürokratische Zeit, nach der sich so Mancher noch heute zurücksehnt.

Als Mensch - herzlich, schlagfertig und verlässlich!


Herwig Matthes besitzt einen scharfen Verstand, eine schnelle Auffassungsgabe, viel Humor und Schlagfertigkeit.
Zwischenmenschliche Beziehungen durchschaut er bestens. Für ihn standen und stehen der Mensch und die Menschlichkeit stets im Vordergrund! Überbordende Bürokratie und übertriebener Regularismus sind ihm bis heute äußerst fremd. 
Das war und ist ein Segen für viele Menschen, die zu seinem Bekanntenkreis zählen.