12. November 2018  
Maribor, SLO  
Gerätturnen

Leon Stukelj zum 120. Geburtstag

Heute vor 120 Jahren wurde im slowenischen Nove Mesto - damals Österreich-Ungarn - LEON STUKELJ geboren. Als dreimaligen Olympiasieger (1924, 1928) und fünffachen Turn-Weltmeister (1922 - 1926) feierte ihn sein junger Nationalstaat Slowenien und mit ihm die Welt in den neunziger Jahren als den damals "ältesten lebenden Olympiasieger" und zelebrierte heute vor 20 Jahren seinen 100. Geburtstag als ein großes Fest der sich gerade neu definierenden Gesellschaft.
Der Gentleman Leon Stukelj, der beruflich als Richter in seiner Heimatstadt Maribor tätig war, zu Tito's Zeiten im Gefängnis saß, war für das junge Slowenien so eine Art Symbolfigur. Man prägte sein Konterfei auf eine Tolar-Münze, Leon zierte die erste slowenische Briefmarke im Olympiajahr 1992 und zur Eröffnung der Olympischen Spiele 1996 sprang er quicklebendig im Defilee der Jahrhundert-Legenden auf's Podium, während Muhammad Ali in spektakulärer Manier die olympische Flamme entzündete und als die TV-Regie vor Milliarden Zuschauern das Bild dieses dynamischen 98-Jährigen mit dem Gesicht des US-Präsidenten Bill Clinton durchblendende, über welches wirkungsvoll eine Träne der Rührung rann ... spätestens da war der Welt dieser kleine große Mann und sein eben erst gegründetes Land Slowenien emotional ins Bewusstsein gerückt worden ...
 

Leon Stukelj, 1993, mit seinem journalistischen Entdecker, Gunnar Meinhardt

Wichtig war für Leon Stukelj bei seinem ersten Berlintrip damals auch der Besuch der Waldbühne, dort, wo er 1936 in einem olympischen Jahrhundertduell an den Ringen gegen die deutschen Turner Matthias Volz (Bronze) und den Mehrkampfsieger Alfred Schwarzmann, die Silbermedaille gewann, und das mit 38 Jahren (!), bei seinen dritten Olympischen Spielen, zu denen man ihn zu Hause zuvor lange überredet hatte. Der drahtige Athlet von damals gilt übrigens auch als der Erfinder des Kopfkreuzes, der scheinbar mühelos als erster die waagerechte Linie der Schultern zwischen die Ringe zaubern konnte - ein Kraftakt, der bis heute selbst internationalen Spitzenleuten das Letzte abfordert!
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An einen Besuch im ZDF-Sportstudio in Mainz im Herbst 1993 - im Monat seines 95. Geburtstages - wird sich sicher nicht nur Moderator Norbert König erinnern, als ihm Leon locker einen Winkelstütz vorführte und in gepflegtem Deutsch mit profunden Geschichtskenntnissen aufwartete.
Im sich gerade entwickelnden Europa wurde Leon Stukelj mit seinem Auftreten und seiner Geradlinigkeit geradezu zu einer Symbolfigur grenzüberschreitender Pflege der positiven Seiten der Olympischen Idee, deren Ideale parallel und nachfolgend immer mehr durch fragwürdige Erscheinungen und Prozesse in den Fokus der Kritik gerieten ...!
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Erstes Wiedersehen und erster Händedruck zweier alter Freunde nach 60 Jahren:
1996 besucht der 98-jährige LeonStukelj (re.) seinen einstigen Kontrahenten, den deutschen Turn-Olympiasieger von 1936, Alfred Schwarzmann in dessen Heimatstadt Goslar.

(C) Peter Frenkel
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Mitte der 90'er Jahre übernahm die sich eben gegründete Agentur GYMmedia die journalistische Betreuung und die internationale Medienarbeit für den bemerkenswerten Zeitzeugen: So war er z. B. "der Mann des Tages" auf der Cebit in Hannover, als er dort bei Auftritten zusammen mit Reck-Olympiasieger Andreas Wecker (1996) und Reck-Weltmeister Ralf Büchner (1991),  im lockeren Umgang mit neuesten Computermodellen die Vertreter der entsprechenden Weltmarken wie Microsoft verblüffte ...!

Der Träger des Olympischen Ordens, Leon STUKELJ!

GYMmedia ARCHIV


Mehr zu Leon STUKELJ auf einigen unveränderten Websites der 90'er Jahre,
die heute auch schon ein wenig nostalgische "Internetgeschichte" atmen:
In Erinnerung an Leon Stukelj (1999)
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* Autogrammfotos (- siehe Farbfoto, ganz oben) mit Original-Autogramm
   sind noch in wenigen Exemplaren erhältlich:
>> E-Mail an office@gymmedia.de